Wochenbettdepression

Postpartale Depression

Die Geburt eines Kindes ist ein großes Ereignis und viele Menschen gehen ganz selbstverständlich davon aus, dass Eltern danach einfach glücklich sind.

Aber nicht immer ist das so.

Ungefähr die Hälfte der Frauen, die gerade ein Kind geboren haben, erleben nach der Geburt, dass ihre Gefühle „Achterbahn fahren“ und sie viel weinen müssen. Das hängt wahrscheinlich mit dem starken Hormonabfall nach der Geburt zusammen, so die Expertenmeinung. Umgangssprachlich wird das Phänomen oft als „Baby-Blues“ oder „Heultage“ bezeichnet. In den meisten Fällen verschwindet es nach einigen Tagen von selbst.

Wenn die Symptome bei Ihnen nicht wieder verschwinden oder stärker werden, könnten Sie an einer Wochenbettdepression leiden. Vielleicht fühlen Sie sich überfordert, sind erschöpft und schlafen schlecht. Vielleicht breitet sich Traurigkeit immer mehr aus oder Sie fühlen sich gereizt, leer oder wie in einem Nebel. Vielleicht spüren Sie kaum noch etwas für Ihr Baby oder haben Schuldgefühle, weil Sie nicht „glücklich genug“ sind. Vielleicht grübeln Sie viel und haben keinen Appetit.

Wenn es Ihnen so geht und die Symptome länger als zwei Wochen anhalten, dann ist es wichtig, dass Sie sich so schnell wie möglich jemandem anvertrauen und Hilfe suchen. Sprechen Sie uns gerne an oder sprechen Sie mit Ihrer Hebamme, Ihrem Frauenarzt oder Ihrem Hausarzt. Es gibt professionelle Hilfe, die gut wirkt, und es wird besser – wirklich.

Sie sind nicht allein damit und Sie brauchen sich nicht dafür zu schämen.

Die Wochenbettdepression wird auch postpartale Depression genannt, weil sie in den Wochen oder Monaten nach der Geburt auftritt. Sie ist keine Schwäche und hat nichts mit Ihrer Liebe zu Ihrem Kind oder Ihrer Fähigkeit als Mutter zu tun. Es ist eine ernstzunehmende, behandelbare Erkrankung. Ungefähr jede sechste bis siebte Mutter erkrankt daran. Möglicherweise ist die Dunkelziffer sogar noch höher, weil viele sich schämen und sich nicht trauen, darüber zu sprechen. Übrigens erkranken nicht nur Mütter, sondern auch Väter an Wochenbettdepression.

Es ist okay, wenn nicht alles sofort perfekt ist. Und: Sich helfen zu lassen, ist ein Zeichen von Stärke.

UPlusE

Fragebögen in der App zum psychischen Befinden von Eltern

Unsere Praxis nimmt an der Studie UPlusE teil. UPlusE bedeutet „U-Untersuchung für Kinder plus Eltern“ und findet während des ersten Lebensjahres Ihres Kindes statt. Dabei geht es darum, depressive Erkrankungen und andere psychosoziale Probleme, die die Eltern-Kind-Beziehung belasten, frühzeitig zu erkennen und dann direkt Hilfsangebote zu erhalten. Sie können ganz einfach in der App „Meine pädiatrische Praxis“ teilnehmen, indem Sie sich dort für die UPlusE-Studie registrieren und die Fragebögen ausfüllen.