Sonnenschutz

Sonnenschutz für empfindliche Kinderhaut

Kindern tut es gut, sich viel im Freien zu bewegen. Weil Ihre Haut dünner und empfindlicher als bei Erwachsenen ist, ist es wichtig, sie gut vor UV-Strahlung zu schützen. Der UV-Eigenschutz der Haut entwickelt sich erst mit den Jahren.

Der beste Sonnenschutz sind Schatten und Kleidung, die möglichst viel Haut bedeckt.

Im ersten Lebensjahr vor allem Schatten

Achten Sie darauf, dass Ihr Baby in seinen ersten zwölf Lebensmonaten möglichst wenig pralle Sonne abbekommt und hauptsächlich im Schatten ist.

Im Kinderwagen ist Ihr Baby durch Verdeck, Schirm und Tuch geschützt. Das ist sehr gut. Wichtig ist, darauf zu achten, dass es im Inneren des Wagens nicht zu heiß wird und Ihr Baby überhitzt.

Verwenden Sie im ersten Jahr möglichst noch keine Sonnenschutzmittel. Diese belasten die empfindliche Haut Ihres Babys. Falls es doch mal nötig sein sollte (zum Beispiel Händchen und Füßchen, wenn Sie Ihr Kind in einer Tragehilfe tragen), lassen Sie sich in der Apotheke beraten oder fragen Sie uns gerne, welches Sonnenschutzmittel am besten geeignet ist.

Geben Sie Ihrem Baby bei großer Hitze mehr zu trinken. Legen Sie es häufiger an, wenn Sie Stillen und trinken Sie auch selbst mehr.

Bis ins Vorschulalter pralle Sonne weitgehend vermeiden

Lassen Sie Ihr Kind am besten im Schatten spielen.

Das ist vor allem während der starken Mittagssonne zwischen 11 – 15 Uhr wichtig. An Tagen, an denen der UV-Index (siehe unten) hoch ist, ist es gut, wenn Ihr Kind in der Mittagszeit überwiegend im Haus bleibt.

Ziehen Sie Ihr Kind sonnengerecht an:

 

Es gibt inzwischen besonders hergestellte Kleidung, die vor UV-Strahlen schützt. Sie ist fester gewebt oder imprägniert. Achten Sie beim Kauf auf den “UV-Standard 801” und den UV-Schutzfaktor UPF. Er sollte mindestens 30 betragen. Je nach Hauttyp Ihres Kindes und UV-Index kann ein UPF von 80 nötig sein. Ein T-Shirt aus diesem Stoff schützt Rücken und Schultern Ihres Kindes beim Plantschen oder Schwimmen am besten. Normale, dünne T-Shirts lassen UV-Strahlen durch, vor allem, wenn sie nass sind.

Vitamin D

Sonnenstrahlen können Sonnenbrand verursachen, aber sie sind auch wichtig für unseren Körper, um Vitamin D zu bilden. Das benötigen wir für unseren Knochenaufbau. Damit Ihr Kind ausreichend Vitamin D bilden kann, sollte es sich zwei bis drei Mal pro Woche für kurze Zeit mit ungeschütztem Gesicht, Händen und Armen in der Sonne aufhalten. Kurz heißt in diesem Fall, halb so lange, wie man ungeschützt rausgehen kann, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen. Diese Zeit ist von Hauttyp und UV-Index abhängig. Bei Babys und Kleinkindern reichen täglich 15 Minuten im Schatten.

Richtige Verwendung von Sonnenschutzmitteln

Schützen Sie alle Körperteile Ihres Kindes, die nicht von Kleidung bedeckt sind, mit einem extra für Kinder geeigneten Sonnenschutzmittel.

Verwenden Sie Sonnenschutzmittel erst, wenn Ihr Kind älter als ein Jahr ist. Vorher ist seine Haut noch zu empfindlich dafür.

Es gibt Sonnenschutzmittel mit mineralischem oder chemischem UV-Filter.  Die chemischen UV-Filter ziehen in die Haut ein und wandeln die UV-Strahlung in Wärme oder Licht um. Die mineralischen Filter bestehen aus winzigen Mineralienpigmenten, die auf der Haut liegen und wie kleine Spiegel wirken, die die UV-Strahlung reflektieren, streuen und absorbieren. Da diese physikalischen Filter (sofern sie keine Nano-Partikel enthalten) nicht in die Haut eindringen, lösen sie seltener allergische Reaktionen aus.

Das Sonnenschutzmittel sollte vor UV-A- und UV-B-Strahlen schützen und mindestens Lichtschutzfaktor 30 haben. Ob Ihr Kind gegebenenfalls einen höheren Lichtschutzfaktor benötigt, hängt von seinem Hauttyp und dem jeweiligen UV-Index ab. Menschen mit hellerer Haut reagieren empfindlicher auf Sonnenstrahlen als Menschen mit dunklerer Haut.

Tragen Sie den Sonnenschutz am besten eine halbe Stunde vor dem Rausgehen auf.

Cremes und Lotionen trocknen die zarte Kinderhaut weniger aus als Gele.

Achten Sie darauf, genügend Creme zu verwenden. Wenn Sie zu wenig cremen, ist der Lichtschutzfaktor nicht wirksam.

Durch Schwitzen und Abrieb verringert sich der Sonnenschutz Ihres Kindes. Wiederholen Sie deshalb das Eincremen, wenn Ihr Kind länger im Freien ist. Mindestens alle zwei Stunden. Wichtig zu wissen: Die Schutzdauer, die sich durch den Lichtschutzfaktor ergibt, verlängert sich dadurch nicht.

Wenn Ihr Kind schwimmt oder am Wasser spielt, ist es besonders sonnenbrandgefährdet, denn Wasser und auch Sand reflektieren einen Teil der UV-Strahlung, die sich dadurch erhöht.

Schützen Sie Ihr Kind deshalb mit wasserfestem Sonnenschutz und cremen Sie es nach jedem Baden und Abtrocknen neu ein.

UV-Index

Der UV-Index (von der WHO weltweit einheitlich definiert) gibt den Tageshöchstwert an sonnenbrandwirksamer UV-Strahlung an. Je höher der Wert ist, desto schneller kann man einen Sonnenbrand bekommen, wenn man sich nicht schützt.
Ab einem UV-Index von 3 sollten Sie Ihr Kind und sich aktiv schützen.
 
Sie können sich in den Medien über den tagesaktuellen UV-Index informieren.