Verstopfung – Obstipation
Ihr Kind hatte länger keinen Stuhlgang? Wie oft normal ist, ist ganz unterschiedlich:
Säuglinge, die mit Säuglingsmilchnahrung ernährt werden, können bis zu fünf Mal am Tag die Windel voll haben. Bei gestillten Säuglingen kann es bis zu acht Mal am Tag oder auch nur einmal in acht Tagen sein. Dabei kommt es immer darauf an, wie sich Ihr Kind fühlt. Wenn es sich beim Drücken sehr anstrengen muss oder Schmerzen hat, ist es sinnvoll, etwas zu tun.
Manche älteren Kinder gehen mehrmals am Tag oder nach jedem Essen. Andere gehen nur jeden dritten bis vierten Tag. Das ist alles normal, solange Ihr Kind keine weiteren Probleme hat.
Woran erkenne ich Verstopfung?
- Kein Stuhlgang für mehr als fünf Tage
- Harter, trockener Stuhl
- Das Entleeren ist schwer und mitunter schmerzhaft
- Bauchweh
- Manchmal Kotspuren in der Unterhose
- Manchmal haben Kinder Angst davor, auf die Toilette zu gehen
Muss mein Kind zum Arzt?
Bitte kommen Sie auf jeden Fall zu uns, wenn Ihr Kind länger als fünf Tage keinen Stuhlgang hatte. Wir finden heraus, welche Ursachen dafür verantwortlich sind.
Melden Sie sich gerne eher bei uns, wenn Sie unsicher sind. Kommen Sie lieber einmal zu oft als zu wenig.
Was kann ich selbst tun?
- Bei kleinen Kindern regt Birnenmus und Vollkornbrei die Verdauung an
- Bei größeren Kindern hilft eingeweichtes Trockenobst, Leinsamen und Traubensaft
- Massieren Sie den Bauch mit der flachen Hand sanft im Uhrzeigersinn
- Legen Sie Ihrem Kind eine Wärmflasche auf den Bauch
- Achten Sie gegebenenfalls auf gute Popo-Pflege (harter Stuhl kann zu Einrissen am After führen)
- Bei Kindern über zwei Jahren kann Toilettentraining hilfreich sein. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind nach den Hauptmahlzeiten und wenn es Stuhldrang hat für mindestens fünf Minuten auf der Toilette oder dem Töpfchen sitzt. Sie können ihm dafür einen Kurzzeitwecker stellen oder auch mit Musik oder Bilderbuch für Unterhaltung sorgen. Wichtig ist, dass Sie dabei keinen Zwang auf Ihr Kind ausüben, es aber loben, und belohnen, wenn es klappt.
- Führen Sie ein Stuhlprotokoll.
- Machen Sie die Verstopfung Ihres Kindes nicht zum Thema in Familiengesprächen
Wie kann ich einer Verstopfung vorbeugen?
- Achten Sie darauf, dass Ihr Kind genug trinkt, geeignet sind Wasser, ungezuckerter Tee, Gemüsesäfte oder verdünnte Obstsäfte
- Sorgen Sie für eine ballaststoffreiche Ernährung (viel Gemüse, Vollkornprodukte und Obst)
- Geben Sie Ihrem Kind täglich mildgesäuerte Milchprodukte wie Buttermilch, Joghurt, Kefir oder Käse statt zu viel Milch
- Kochen Sie mit Olivenöl statt mit Butter oder Margarine
- Vermeiden Sie stopfende Nahrungsmittel wie Bananen, Schokolade und Karotten, sowie Semmeln, Brot und Kuchen aus Weißmehl, Fastfood und allgemein zu viel Süßes
- Achten Sie darauf, dass sich Ihr Kind viel bewegt, das regt die Darmtätigkeit an
Was sind die Ursachen?
Die häufigste Ursache für Verstopfung hängt mit dem Essen und Trinken zusammen. Die Kinder nehmen zu wenig Ballaststoffe zu sich, trinken zu wenig und essen zu viele stopfende Nahrungsmittel. Viele Säuglinge bekommen Verstopfung, wenn Sie von Milch auf feste Nahrung umgestellt werden und zum ersten Mal Beikost bekommen. Es kann auch eine Milchunverträglichkeit dahinterstecken oder eine Schilddrüsenunterfunktion. Stress, Veränderungen im Alltagsablauf oder Reisen können ebenfalls zu Verstopfung führen. Manche Kinder bekommen nach einer Antibiotika-Therapie Verstopfung, weil diese die Darmflora verändert.