Magen-Darm-Infekt – Gastroenteritis
Ihr Kind klagt über Bauchschmerzen, erbricht und hat Durchfall? Dann ist wahrscheinlich seine Magen-Darmschleimhaut entzündet.
Wir empfehlen die Schluckimpfung gegen Rotaviren (siehe Ursachen) für Kinder ab zwei Monate.
Woran erkenne ich einen Magen-Darm-Infekt?
- Beginn meist mit Bauchschmerzen
- Appetitlosigkeit
- Erbrechen
- Durchfall – häufiger (mehr als drei), breiiger bis flüssiger, meistens stinkender Stuhlgang
- Fieber
- Abgeschlagenheit, Müdigkeit
- Eventuell Halsschmerzen und Schnupfen
Muss mein Kind zum Arzt?
Bei Durchfall und Erbrechen verlieren Kinder viel Flüssigkeit. Deshalb besteht die Gefahr des Austrocknens. Je jünger ein Kind ist, desto größer die Gefahr.
Vereinbaren Sie auf jeden Fall sofort einen Termin bei uns, wenn:
- Ihr Säugling oder Kleinkind Durchfall und Erbrechen gleichzeitig hat.
- Ihr Säugling länger als sechs Stunden entweder erbricht oder Durchfall hat.
- Ihr Kleinkind (bis 3 Jahre) länger als zwölf Stunden entweder erbricht oder Durchfall hat.
- Ihr Kind teilnahmslos wird.
- Ihr Kind nicht trinkt.
- Die Windel trocken bleibt oder der Urin sehr dunkel ist.
- Die Haut eingesunken ist.
- Der Stuhl blutig ist.
Ältere Kinder können Sie erst mal einen Tag beobachten, wenn sie in einem guten Allgemeinzustand sind.
Was kann ich selbst tun?
Wichtig ist, den Verlust an Flüssigkeit und Mineralsalzen auszugleichen.
- Verzichten Sie erst mal auf feste Nahrung.
- Geben Sie Ihrem Kind häufig schluckweise leicht gesüßten Tee, zum Beispiel Fenchel oder ausgerührtes Mineralwasser. Gut ist auch ein Getränk aus einem Liter Tee plus 10 TL Traubenzucker plus 1 TL Salz plus 1 Glas Apfel- oder Orangensaft
- In der Apotheke erhalten Sie fertige Elektrolytlösungen.
- Säuglinge dürfen weiter Muttermilch oder Flaschenmilch bekommen. Legen Sie Ihr Kind öfter an, wenn Sie stillen.
- Massieren Sie Ihrem Kind sanft den Bauch oder machen Sie ihm eine Wärmflasche, um die Bauchschmerzen zu lindern.
- Wenn Ihr Kind wieder Appetit hat, können Sie ihm geriebenen Apfel oder eine zerdrückte Banane anbieten. Zwieback, Laugengebäck, Toastbrot, Reis, gekochte Kartoffeln, Nudeln und Gemüse- oder Fleischbrühe ohne Fett sind auch geeignet. Wenn Ihr Kind das gut verträgt, können Sie ziemlich schnell wieder zur normalen, ausgewogenen Kost zurückkehren, um die gesunden Darmbakterien zu unterstützen. Wichtig ist, dass Sie mit sehr fetten und süßen Nahrungsmitteln erst mal vorsichtig sind.
- Achten Sie auf gute Hygiene, um die Viren nicht weiterzuverbreiten und selber gesund zu bleiben. Tragen Sie Einmalhandschuhe, wenn Sie mit Erbrochenem oder Ausscheidungen zu tun haben. Waschen und desinfizieren Sie sorgfältig Ihre Hände.
- Tragen Sie selbst zu Ihrem Eigenschutz eine Maske, wenn Sie Ihrem Kind den Kopf halten, wenn es erbricht oder wenn Sie Erbrochenes aufputzen. Denn im Erbrochenen sind die meisten Viren enthalten und können leicht durch Tröpfchen übertragen werden.
- Lassen Sie Ihr Kind zuhause, denn es ist meistens sehr ansteckend. Bevor es wieder in den Kindergarten/die Schule darf, muss es 24 Stunden ohne Symptome sein.
Wie lange ist mein Kind krank?
Je nach Ursache 3 – 6 Tage.
Was sind die Ursachen?
In den meisten Fällen sind Viren, vor allem Rota-, Noro- und Adenoviren, die Auslöser von Magen-Darm-Erkrankungen. Diese Viren sind hochansteckend und treten vor allem im Winter und Frühjahr auf. Manchmal sind aber auch Bakterien wie Salmonellen, Escherichia coli oder Yersinien die Verursacher von Erbrechen und Durchfall. Selten sind es Parasiten oder verdorbenes Essen.